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Das gierige Gehirn

15.03.2019

Der achtsame Weg, Alltags-Süchte loszuwerden

 

So entsteht Sucht

 

1300 Gramm schwer, 86 Milliarden Nervenzellen, jede davon mit 10 000 Synapsen bestückt – das ist unser Gehirn. Das Nervensystem des Kalifornischen Seehasen (eine Meeresschnecke) hingegen ist mit 20 000 Nervenzellen eines der einfachsten bekannten. Es kennt nur zweierlei: hin zu Essbarem, weg von Giftigem.

Doch wir ach so hoch entwickelten Menschen ticken auch nicht anders: Wir sehen etwas Verlockendes (Auslösereiz), probieren es (Verhalten), es schmeckt uns, wir fühlen uns gut (Belohnung; mit Bestrafung funktioniert es genauso).

 

Unser Körper meldet dem Gehirn: „Merk dir das!“ Begegnet uns die Verlockung wieder, erinnern wir uns und wiederholen unser Verhalten, nicht anders als der Kalifornische Seehase. Bald haben wir uns eine neue Gewohnheit antrainiert. Wir haben gelernt, die Welt durch eine bestimme Brille zu sehen.

Irgendwann vergessen wir, dass wir diese Brille tragen. Das Gelernte wird für uns zur Wahrheit. Wir können es „reflexartig“, ganz ohne nachzudenken, reproduzieren.

 

Doch die Sache hat einen Haken. Das Wohlbefinden hält nicht lange an, und wir wollen es wieder erleben. Sogar dann, wenn wir wissen, dass uns der Auslöser – Alkohol, Nikotin, Rauschgift, Spiele, ganz egal was – schadet. Genau das ist die Definition von Sucht.

  • Wir lernen nach dem Schema Auslösereiz – Verhalten – Belohnung.

  • Je öfter wir den Zyklus wiederholen, desto stärker ist das Gelernte verankert.

  • Genauso lernen wir auch Suchtverhalten.

  • Eine Sucht ist etwas, das wir tun, obwohl wir wissen, dass es uns schadet.

  • Süchtig sind wir nicht nur nach den „Klassikern“ Alkohol, Nikotin, Drogen und Spielen.

  • Wir können auch süchtig sein nach Anerkennung, Liebe, Denken, Tagträumen und nach uns selbst.

  • Mit  Achtsamkeit lassen sich alle diese Süchte auflösen.

  • Dabei erkennen wir, was gerade mit uns passiert. Wir akzeptieren es, hinterfragen und benennen es.

Entwöhnung nach dem Prinzip der Achtsamkeit

 

Um von der Sucht loszukommen, müssen wir herausfinden, welche Belohnung wir uns davon erwarten. Hier hilft Achtsamkeit: eine Bewusstheit, die sich durch gerichtete, nicht wertende Aufmerksamkeit einstellt.

Wir erkennen, was gerade mit uns geschieht, lassen uns entspannt darauf ein und akzeptieren es. Die Formel heißt RAIN:

  • Recognize/Relax: Erkennen, dass das Verlangen gerade aufsteigt.

  • Accept/Allow: Es akzeptieren. Es lässt sich ohnehin nicht kontrollieren.

  • Investigate: Was passiert gerade mit Ihnen? Womit hängt es zusammen?

  • Note: Von Moment zu Moment benennen, was gerade geschieht.

„Die Sucht ist immer das Ergebnis einer psychischen Mangelerscheinung.“

© Helmut Glaßl (*1950), Dipl.-Ing., Aphoristiker

 

 

Achtsamkeitkeitsprogramm

 

Mit einem Achtsamkeitstraining können wir die Lernschleife Auslöser – Verhalten – Belohnung kappen. Wenn wir nun Lust verspüren (Auslöser), geben wir ihr nicht mehr nach (Verhalten).

 

Wir trainieren nämlich jedes Mal, wenn wir unserer Sucht nachgeben, um einem Auslösereiz (zum Beispiel Stress) zu entkommen, das Suchtverhalten noch mehr – ohne das eigentliche Problem (den Stress) zu lösen.

(vgl. Quelle: Judson Brewer, 2018:„Das gierige Gehirn“)

 

Mehr dazu folgt in meinem nächsten Blog.

 

Herzlichst Eure

 

 

 

 

 

 

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