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Welche Fragen sind die richtigen?

18.07.2019

Zum Kern vieler Probleme dringt man erst vor, wenn man die richtigen Fragen stellt.

 

 

Folgende Phasen helfen, die richtigen Fragen zu stellen:

 

Phase 1: Warum eigentlich?

Die zentrale Frage, die viele Türen zu über­ra­schen­den Er­kennt­nis­sen öffnet und die Basis für die nach­fol­gen­den Schritte legt, ist: „Warum eigentlich?

 

„Her­aus­for­dern­de Fragen sind von Natur aus unbequem.“

 

Die Frage „Warum eigentlich?“ zielt auf den Kern eines Problems, ermöglicht die Suche nach dem zentralen Punkt. Hilfreich für das Finden guter War­um-Fra­gen ist ein Schritt zurück, sodass sich die Dinge mit frischem Blick von außen betrachten lassen. Dazu kann es nützlich sein, mit anderen Menschen über ihre Sicht zu sprechen. Fruchtbare Antworten bekommt man auch, wenn man offene Fragen schließt oder umgekehrt. So wird eine offene Frage wie „Warum ist es so schwer, mit meinem Schwie­ger­va­ter auszukommen?“ zu einer ge­schlos­se­nen Frage wie „Ist es schwer, mit meinem Schwie­ger­va­ter auszukommen?“ und umgekehrt.

 

Phase 2: Was wäre, wenn …?

So wichtig die Analyse ist, sie sorgt natürlich nicht für eine Lösung. Der nächste Schritt ist deshalb eine Frage vom Typ: „Was wäre, wenn …?“  Die Frage „Was wäre, wenn …?“ beflügelt die Fantasie. In diesem Stadium entstehen oft die besten Ideen, kreative Einfälle und originelle, verrückte Lösungen.

 

„Für viele Unternehmen ist es eine er­nüch­tern­de Erfahrung, dass sie sich nicht auf dem ausruhen können, was sie erreicht haben oder was sie wissen.“

 

Oft wird der Durchbruch durch Kom­bi­na­tio­nen von Dingen, die eigentlich gar nicht zu­sam­men­pas­sen, sogenannte Mashups, erzielt. Studien zeigen, dass die für Mashups typischen abseitigen As­so­zia­tio­nen vor allem in der rechten Hirnhälfte angesiedelt sind. Allerdings kann man die Entstehung solcher As­so­zia­tio­nen nicht kon­trol­lie­ren, weil sie unbewusst abläuft. Man kann sie aber fördern, wenn man sich einerseits auf das Problem kon­zen­triert, aber an­de­rer­seits entspannt ist, etwa bei einem Spaziergang. Manchmal gelingt es sogar im Schlaf. Hektik, Termindruck oder starke Reize wie Fernsehen dagegen sind eher hinderlich.

 

„Das Was-wä­re-wenn-Sta­di­um ist im Prozess des Fragens der Moment der un­be­grenz­ten Mög­lich­kei­ten.“

 

Eine weitere Methode, neuartige As­so­zia­tio­nen zu erzeugen, ist es, Dinge absichtlich falsch zu denken: ein Herd, auf dem man nicht kochen kann, oder ein Auto, das nicht fährt. Oder Sie können auch die Realität auf den Kopf stellen, etwa so: „Was wäre, wenn man die Speisekarte im Restaurant nicht vor, sondern nach dem Essen bekäme?“ Sehr ergiebig sind auch die Fragen „Was wäre, wenn wir noch mal von vorn anfangen könnten?“ und „Was wäre, wenn ein Scheitern unmöglich wäre?“.

 

Phase 3: Wie?

Auch das tollste Konzept ver­wirk­licht sich nicht von allein, und originelle Lösungen sind keineswegs immer praktikabel. In der dritten Phase geht es um die Umsetzung: „Wie bekomme ich es hin?“

 

„Füh­rungs­kräf­te müssen auch wissen, wann man mit dem Fragen aufhören muss.“

 

Der Königsweg bei der Be­ant­wor­tung von Wie-Fragen ist das Aus­pro­bie­ren. Statt stundenlang zu überlegen, ob es klappen könnte, ist es leichter, billiger und er­folg­ver­spre­chen­der, einfach loszulegen. Allerdings funk­tio­niert das nur, wenn man Fehlschläge nicht als Versagen in­ter­pre­tiert, sondern sich fragt: „Was war falsch?“ Und ebenso wichtig: „Was war richtig?“ Dabei ergibt es häufig mehr Sinn, mit anderen zu­sam­men­zu­ar­bei­ten, als alles selbst zu machen.

 

 

„Selbst kluge und zu­ver­läs­si­ge Freunde haben nicht die richtigen Antworten für andere.“

 

Fragen eignen sich bestens fürs Brain­stor­ming. Nicht für die klassische Version – die ist wegen des enormen Grup­pen­drucks oft wenig effektiv. Beim Ques­ti­on-Stor­ming dagegen kommt mehr heraus, weil niemand die Antworten wissen muss. Eine sehr ergiebige Frage ist: „Wie könnten wir …?“ Wichtig dabei ist zum einen das „Wir“, weil die Frage so alle einbezieht, zum anderen der Konjunktiv, weil er ein freieres Denken erlaubt. Das funk­tio­niert natürlich nur in einem Umfeld, in dem Fragen keine Gefahr für die Karriere sind. Fragen und kreatives Denken müssen Teil der Un­ter­neh­mens­kul­tur sein. In vielen Firmen ist leider das Gegenteil der Fall: Frager müssen mit Gegenwind rechnen, weil sich Autoritäten angegriffen fühlen. Eine solche Fragekultur muss von oben vorgelebt werden. Der fra­ge­freu­digs­te Chef nützt aber nichts, wenn alle anderen nicht mitziehen. Hilfreich ist es deshalb, schon bei Neu­ein­stel­lun­gen auf fra­ge­freu­di­ge, neugierige Bewerber zu achten.

 

 

Fragen im Alltag

Eine Kultur des Fragens ist nicht nur für Unternehmen wichtig, sie erleichtert jedem Einzelnen das Leben. Immer mehr Menschen sind unzufrieden, so mancher läuft geradewegs aufs Burn-out zu. Wir sind es gewohnt, zu funk­tio­nie­ren, Aufgaben ab­zu­ar­bei­ten, das Notwendige zu tun. Kaum jemand fragt, warum er eigentlich tut, was er tut, und ob es das ist, was er wirklich tun will. Dafür gibt es viele Gründe: Solche Fragen gelten als kon­tra­pro­duk­tiv und schwierig, wir haben keine Zeit dafür, und nicht selten haben wir Angst, keine Antwort zu finden. Viele glauben auch, die Antwort auf die Frage nach dem Sinn liege irgendwo draußen in der Welt, bei anderen – doch in Wirk­lich­keit kann uns niemand eine Antwort geben, wir finden sie nur in unserem Innern. Dabei lohnt es sich, auch in die Ver­gan­gen­heit zu schauen, sich zu fragen: „Was habe ich früher gern gemacht?“

 

„Die Angst vor dem Misserfolg ist oft das größte Hemmnis.“

 

Oft steigt die Zu­frie­den­heit, wenn man positiv fragt, also statt „Warum habe ich nicht mehr Geld?“ eher „Wofür bin ich dankbar?“. Stehen Ver­än­de­run­gen an, bringt es meist mehr, einfach loszulegen, als auf die Erleuchtung zu warten. Dazu muss man nicht gleich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Kleine Schritte reichen. Die weit­ver­brei­te­te Angst vor dem Scheitern bekommt man in den Griff, indem man sich fragt, wie man sich nach einem Misserfolg wieder erholen könnte. Und natürlich hilft es immer, sich Un­ter­stüt­zung und Feedback von anderen zu holen.

(vgl. Quelle: "Die Kunst des klugen Fragens", Warren Berger, Berlin Verlag, 2014)

 

Was wäre wenn Sie jetzt diese Fragen ausprobieren? 

 

Herzlichst Eure

 

 

 

 

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