Was unterstützt eine Führungskraft?

„Ein gutes Selbstmanagement zeichnet sich durch mentale und emotionale Stärke aus.“



Führungskräfte brauchen mentale und emotionale Stärke

Um als Führungskraft sowohl sich selbst als auch die MitarbeiterInnen motivieren zu können, sollte man auf das emotionale und mentale Potenzial in vollem Umfang zugreifen können und es für die Unternehmensziele nutzen. Dafür lohnt es sich, zu wissen, wie unser Gehirn arbeitet. Es besteht aus unzähligen Nervenzellen, die über Synapsen miteinander verknüpft sind. Wenn wir etwas lernen, verstärken sich die Verbindungen zwischen den entsprechenden Nervenzellen.


„Je länger wir etwas Aufmerksamkeit schenken und je stimulierender es emotional ist, desto mehr Neuronen werden aktiviert und vernetzen sich.“


Man nennt das Neuroplastizität. Wenn man einer Sache also besonders viel Aufmerksamkeit schenken, wird sie das Gehirn formen. Umso wichtiger ist es, positiv zu denken – auch weil das Gehirn auf negative Signale stärker reagiert als auf positive. Um eine negative Erfahrung auszugleichen, müssten Sie mit fünf positiven Erfahrungen gegenhalten. Werden die emotionalen Zentren im Gehirn angesprochen, schüttet es die neuroplastischen Botenstoffe Dopamin und Endorphin aus. Diese beflügeln die Gehirnzellen geradezu. Das Gehirn verändert sich und legt neue Pfade an. Das betrifft aber nicht nur einen selbst, sondern auch die MitarbeiterInnen: Gelingt es, diese zu begeistern, werden sie schneller lernen, indem man deren Emotionen anspricht.


Gedanken formen unsere Stimmung

Unsere Gedanken beeinflussen unser Befinden, unsere Gemütslage und unsere Handlungen. Mit positiven Gedanken kann man sich also in eine optimistische Stimmung versetzen. Wer optimistisch durchs Leben geht, hat es leichter und ist erfolgreicher. Außerdem steckt man dank der Spiegelneuronen im Gehirn mit der optimistischen Ausstrahlung auch die Mitmenschen an und steigern so deren Wohlbefinden. Auch mit Selbstgesprächen kann man sich in eine positive Stimmung versetzen. Denn diese formen die subjektive Realität. Dafür soll man seinen inneren Dialog wohlwollend und motivierend führen. Dokumentieren und sortieren von Selbstgesprächen. Positive Formulierungen sollen festgehalten und negative in positive Affirmationen umformuliert werden. Eine Affirmation ist ein autosuggestiver Satz. Wiederholen man ihn oft genug, kann man damit seine Gedanken verändern.


Visionen und Ziele

Ziele sind für ein selbstbestimmtes Leben unentbehrlich. Vor den Zielen steht aber die Vision. Sie beinhaltet das, was man sich für die Zukunft vorstellt. So weist sie uns die richtige Richtung, vergleichbar mit einem Leuchtturm. Daraus leitet man dann die Ziele ab. Diese sollten positiv und in der Gegenwartsform formuliert, konkret, sinnlich, realistisch, individuell, messbar, relevant und visionär sein.

Bei der Formulierung helfen unter anderem die folgenden Fragen:

  • Wo stehe ich heute?

  • Wo will ich künftig stehen?

  • Warum ist das wichtig für mich?

  • Wen und was brauche ich, um mein Ziel zu erreichen?

  • Welche Vorbilder habe ich?

Um sich zu motivieren, sollten man Ziele zwar hoch stecken, aber sie sollten realistisch bleiben. Sonst fühlt man sich schnell überfordert und gibt auf. Außerdem sollte das Ziel mit den persönlichen Werten harmonieren.


Motivation

Motivation ist die innere Triebkraft zum Handeln. Eine hohe Motivation hilft, selbst vermeintlich unüberwindbare Hürden zu meistern. Als motivierte Führungskraft kann man auch das Team mitreißen. Motivierte MitarbeiterInnen leisten mehr und stecken so ihre Kollegen an. Motiviert ist aber nur, wer ein reizvolles Ziel vor Augen hat. Am wirkungsvollsten ist intrinsische Motivation, beispielsweise durch Eigenverantwortung oder Identifizierung mit der Aufgabe. Geld zählt dagegen zur extrinsischen Motivation. Denn an solche Anreize gewöhnen sich Menschen schnell und die Leidenschaft lässt dann wieder nach.

Den stärksten inneren Antrieb erzeugen Autonomie, Kompetenz und Beziehung. Autonomie bedeutet, dass man selbst entscheiden. Kompetenz heißt, man kann die eigenen Stärken einbringen. Für den Faktor Beziehung sollten die Leistungen des Einzelnen mit den Leistungen der Kollegen zusammenhängen. Pflegen wir also Beziehungen zu anderen durch Vertrauen, Wertschätzung und Dankbarkeit. Vertrauen beginnt bei uns selbst: Vertrauen man sich selbst, kann man auch dem Team vertrauen. Und wenn wir das tun, vertraut unser Team auch uns.


Innere Bilder

Menschen, die Höchstleistungen erbringen, sind in der Lage, ihr Gehirn mithilfe von Bildern zu programmieren. Visualisierung ist eine sehr wirkungsvolle mentale Technik. Die Bilder formen das Unterbewusstsein, stimulieren die Nervennetzwerke im Gehirn und beeinflussen so dessen Struktur. Wenn innere Bilder für Ziele entwickeln werden sollen, sucht man sich einen ruhigen Platz und verbannt für eine gewisse Zeit alle Gedanken, die nichts mit dem Wunschbild zu tun haben. Man schließt die Augen. Die inneren Bilder sollten sehr anschaulich und detailreich sein und alle fünf Sinne berücksichtigen.

  • Erinnern wir uns an einen Moment, in dem wir sehr erfolgreich waren?

  • Wie hat es sich angefühlt?

  • Was hat man geschmeckt, gerochen, gehört, ertastet und gesehen?

Nehmen wir die Empfindungen mit in unsere Visualisierung auf. Wiederholen wir diese Übung regelmäßig. Man kann auch ein inneres Drehbuch schreiben für bestimmte Situationen, in denen man gern anders reagieren und handeln möchte, als man es gewöhnlich macht. Auch hierbei sollte man alle Sinne mit einbeziehen und eine feste Reihenfolge entwerfen – natürlich mit dem Ende, das man sich wünschen. Lernen wir dieses Drehbuch dann auswendig.


Gefühle kontrollieren

Gefühle sind körperliche Wahrnehmungen von Emotionen. Sie entstehen aus der eigenen Bewertung von Situationen, die zu Erfahrungen und Erinnerungen werden. Sie helfen uns, die richtige Richtung einzuschlagen, und lenken unsere Einstellungen und unser Verhalten. Als gute Führungskraft sollte man seine Gefühle kontrollieren können. Das bedeutet nicht, sie zu unterdrücken – denn das kann uns krank machen. Wenn von Kontrolle die Rede ist, geht es vielmehr darum, impulsive Reaktionen zu vermeiden, die unsere Beziehung zu den KollegInnen und MitarbeiterInnen belasten würden. Außerdem sollte man sich in die Gefühlswelt der MitarbeiterInnen hineinversetzen können, also empathisch sein. Mit Mentaltraining kann man seine Gefühle bewusst lenken und dosieren. Dazu kann man die folgenden Techniken anwenden:


Akzeptieren von negativen Gefühlen:

Jeder Mensch hat ab und zu negative Gefühle. Das sollte man akzeptieren und sich damit auseinandersetzen. In die Natur gehen – das beruhigt und lässt das Gehirn Stimmungshormone ausschütten. Formulieren von reizvollen Zielen: Diese motivieren und lassen uns auch unangenehme Situationen leichter aushalten.

Führen von einem „Ärgertagebuch“:

Darin setzt man sich mit schwierigen zwischenmenschlichen Situationen auseinander. Beschreibung der Situation und Bewertung dieser: Was würde passieren, wenn man nicht eingreift? Eine Aktion soll überlegt werden, mit der man die Situation verbessern kann. Diese beschreibt man und setzt einen Termin für deren Umsetzung.

Achtsamkeitsübungen:

Blicke nach innen richten und die Reaktion in der schwierigen Situation beobachten. Auf den Atem und die Körperspannung achten. Distanz von dem Problem entwickeln, indem man es beispielsweise aufschreibt und Lösungen entwickelt. Einen anderen Blickwinkel einnehmen: Wie würde ein Freund reagieren? Sich vorstellen, das Problem samt Lösung läge in der Vergangenheit und man würde jemandem davon erzählen. Man kann außerdem seine Atmung verlangsamen, dann beruhigt man sich automatisch.


Stärkenorientiert führen

MitarbeiterInnen, die eine starke Bindung an ihr Unternehmen spüren, bleiben ihm eher treu und empfehlen dessen Produkte eher weiter als MitarbeiterInnen ohne Bindung. Eine starke Bindung stärkt auch nachweislich die Gesundheit der MitarbeiterInnen. Eine solche Bindung entsteht, wenn Angestellte ihre Werte im Unternehmen leben und ihre Stärken einsetzen können. Heutzutage konzentrieren sich zu viele Führungskräfte darauf, die Schwächen ihrer MitarbeiterInnen auszumerzen. Viel effizienter ist es aber, die Stärken des Einzelnen zu fördern. Darum sollte man die Stärken seiner MitarbeiterInnen kennen und die Aufgaben entsprechend verteilen – so sind sie zufriedener und auch erfolgreicher.

Die Bindung der MitarbeiterInnen erhöht sich auch, wenn man deren Selbstwert und Selbstvertrauen stärkt. Dann werden sie auch unter Druck nicht die Nerven verlieren und keine Angst vor Misserfolgen haben. Denn diese werten sie als Lernerfahrungen. Den Selbstwert und das Selbstvertrauen der MitarbeiterInnen wirkt gestärkt, indem man ihnen Beachtung schenkt und sie wertschätzt. Vor allem aber sollte man auch seine eigenen Stärken kennen – dann ist man auch stark für das Team. Erfolge mit dem Team sollten gefeiert werden.


Sicherheit geben mit Routinen

Bei einer Routine handelt es sich um regelmäßig wiederholte Handlungen. Irgendwann läuft der Vorgang dann automatisch ab, ohne dass man darüber nachdenken muss. Durch die gesammelten Erfahrungen und erworbenen Fertigkeiten wird man zudem immer schneller und sicherer bei der jeweiligen Handlung. Diese Sicherheit hilft einem, in hektischen und schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Man sollte die Handlung allerdings immer mal wieder überdenken und sich fragen, ob sie noch zu den Erfordernissen passt oder ob sie angepasst werden sollte.

„Rituale bilden nicht nur eine Konstante im größtenteils wechselhaften Arbeitsalltag, sondern sie beeinflussen die Leistung von MitarbeiterInnen und stärken das soziale Gefüge.“

Rituale sind eine Form von Routine. Sie bestehen aus einer strengen Handlungsabfolge, die nie verändert wird. Durch Rituale werden gerade in chaotischen oder anstrengenden Situationen die Nervenzellen wieder in geordnete Bahnen gelenkt, sodass das Gehirn vernünftig arbeiten kann. Rituale sollten immer bewusst aus ausgeübt werden: Ein Team, das bestimmten Ritualen folgt, hat eine enge Bindung und kann mehr leisten. Dabei sind unter anderem Erfolgsrituale hilfreich. So kann das gesamte Team beispielsweise eine/n erfolgreiche/n MitarbeiterIn im Meeting mit Applaus würdigen. Übergangsrituale helfen bei Veränderungsprozessen. Dabei geht es vor allem darum, das Team zu stärken. Mit Machtritualen hingegen kann man seine Position bekräftigen, indem man etwa in einem Meeting immer als Erster reden.


Umgang mit Fehlern

Fehler bieten uns die Möglichkeit zu lernen. Darum sollten wir sie nicht verteufeln, sondern sie akzeptieren – und analysieren. Wenn man den MitarbeiterInnen erlaubt, Fehler zu begehen, wagen diese mehr. Sie sind kreativer, innovativer und gehen auch Risiken ein. Eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Umgang mit Fehlern ist die psychische Widerstandsfähigkeit. Über diese verfügen in der Regel Menschen, die sich selbst gut managen können, optimistisch durchs Leben gehen und in der Gegenwart leben. Fragen Sie, Nachdem ein Fehler passiert ist sollten wir zwar immer nach dem Grund fragen, aber nicht nach dem Schuldigen. Besser fragt man, was man selbst und das Team verändern sollten, damit sich dieser Fehler nicht noch einmal wiederholt. Man kann dabei in drei Schritten vorgehen:


  1. Akzeptieren: Enttäuschung ist ganz normal. Man kann ruhig mit einer vertrauten Person über den Fehler sprechen. So kann man die Enttäuschung besser verarbeiten. Dann sollte man den Fehler aber akzeptieren und nicht mehr klagen. Stressgefühle baut man ab, indem man beispielsweise Musik hört, laufen geht oder im Wald schreit.

  2. Analyse: Bei der Fehleranalyse sucht man nach den Gründen für den Fehler. Gleichzeitig schaut man auch, welche Stärken man selbst oder das Team eingesetzt hat. Was lernen wir aus dem Fehler? Was können wir nächstes Mal besser machen und verändern?

  3. Abhaken: Jetzt hakt man den Fehler ab und denkt nicht mehr daran. Ungeschehen machen kann man ihn ohnehin nicht mehr.(vgl. Quelle: A. Heimsoeth: "Kopf gewinnt")


„Fehler sind Quell und Motor des Fortschritts. Sie sind nichts anderes als eine Lernchance für unsere Arbeit und das Leben.“


Unterstützung findet man durch Führungskräfte-Coachings, die helfen, die eigene Rolle in der Position zu finden und zu stärken. Gerne kann ich in einem unverbindlichen Erstgespräch nähere Details abgestimmt auf die Erfordernisse besprechen.


Herzlichst Eure



positiv • lösungsfokussiert • neugierig • zukunftsorientiert • humorvoll • Ressourcen stärkend • allparteilich

Ich arbeite nach den Kriterien der ÖVS

(Österreichische Vereinigung für Supervision und Coaching)

und erfülle entsprechende Qualitätsstandards und ethische Richtlinien.

Ich arbeite nach den Kriterien des ÖBM (Österreichischer Bundesverband für Mediation)

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