Sechs Prognosen zur Arbeitswelt nach Corona



Welche Auswirkungen hat diese Zeit auf Berufsbilder, Führung und die Generation Z?

Niemand kann heute mit Gewissheit vorhersagen, wann und wie diese von Covid19 ausgelöste Krise enden wird und welches Erbe in Form von Veränderungen in allen Lebensbereichen sie uns hinterlassen wird.

Daher sollte man in seinem jeweiligen Kompetenzbereich aufmerksam beobachten, welche Auswirkungen die momentanen Umwälzungen haben und noch haben könnten.

Denn nur, wenn wir die Lernerfahrung dieser Krise nutzen, können wir auch gestärkt aus ihr hervorgehen.

1. Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt mit diversen Strömungen


Die Krise wird große Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt auslösen. Trotz aller Bemühungen vonseiten der Unternehmen und der Politik wird es unausweichlich Insolvenzen mit Entlassungen geben. Unklar ist derzeit lediglich noch deren Ausmaß. Zumindest Teile der betroffenen Unternehmer und Arbeitnehmer werden sich, ganz gleich, ob aus freien Stücken oder notgedrungen, in ihrer beruflichen Tätigkeit neu orientieren. Dabei werden wir drei Strömungen sehen:

  • Es wird eine Art neuer Gründerzeit mit einer lokaleren und regionaleren Ausrichtung als bisher prognostiziert. Die Globalisierung hat in der Krise ihre Schwächen offenbart.

  • Der Wunsch nach mehr Autarkie wird von einer Welle neuer Gründer bedient werden.

  • Eine weitere Verstärkung des bereits vor der Krise vorhandenen Wunsches nach sinnstiftender beruflicher Tätigkeit wird sich zeigen

2. Aufwertung von Berufsbildern


Eine Aufwertung vieler Berufsbilder wird passieren, deren Wichtigkeit vielen erst in der jetzigen Krise klar wird. Hierzu gehören zum Beispiel die Pflegeberufe. Deren Bedeutung für unser Gemeinwesen führte bislang leider eine Art Schattendasein. Nach der Krise wird die Wertschätzung für Krankenschwestern und Pfleger steigen.

Aber auch bei der Bewertung der viel zu oft unterschätzten Tätigkeiten vieler anderer Helden des Alltags, exemplarisch seien die Beschäftigten im Lebensmittel-Einzelhandel genannt, wird mehr Fairness erwartet – in der Hoffnung, dass unser kollektives Gedächtnis hier deutlich über die Zeit unmittelbar nach der Krise hinausreichen möge.


3. Virtualisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt schreiten voran


Die in der aktuellen Krise quasi erzwungene Virtualisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung der täglichen Arbeitsabläufe besteht gerade die Feuertaufe. Von vielen Führungskräften bis dato skeptisch beäugte Tools wie Home-Office, collaborative digital work oder Video-Konferenzen sind aktuell alternativlos. Und siehe da: Es funktioniert. Dieser durch Corona erzwungene Erfahrungswert wird nachwirken. Anwesenheitskultur und der Kontrolltrieb vieler Führungskräfte wackeln gerade in ihren Grundfesten.


4. Führungskultur wird generalüberholt


Die gerade beschriebene Entwicklung wird auch massive Auswirkungen auf die Führungskultur haben. Führungskräfte, die old school auf Kontrolle und Anwesenheit setzen, stellen gerade schmerzhaft fest, dass ihr Führungsstil überholt ist, weil es auch ganz anders geht. Und zwar besser.

Schon jetzt während der Krise wird deutlich, dass modernes Führen, Moderation statt Kontrolle, das Einräumen von Freiräumen statt Restriktionen erfordert.


5. Corona-Krise ist Nagelprobe für Unternehmenskultur